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Jungmarktgärtner

Exkursion nach Luxemburg

Der Gemüsebau im Nachbarland Luxemburg kämpft mit ganz eigenen Herausforderungen, wie die Teilnehmer des diesjährigen Jungmarktgärtner-Treffens bei ihrer Exkursion aus erster Hand erfuhren.

von Bundesfachgruppe Gemüsebau erschienen am 20.04.2026
In diesem Jahr stand Luxemburg auf dem Ausflugsprogramm der Jungmarktgärtner. © Bundesfachgruppe Gemüsebau
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Zwischen einer ausgeprägt hohen Flächenkonkurrenz, und exorbitanten Pachtpreisen bei gleichzeitig hohem Mindestlohn von 15,63 Euro brutto pro Stunde, ist regionaler Gemüsebau im kleinen Nachbarland Luxemburg kaum möglich. Dies wird an einem verschwindend geringen Selbstversorgungsgrad deutlich. Nach jüngsten Daten wird der Gemüseanbau von rund 88 Betrieben auf etwa 177 ha Fläche betrieben (Stand 2021). Doch im Zeitraum des Jungmarktgärtnertreffens vom 19. bis 22. März gab es noch wenig Gemüseanbau zu sehen. Trotzdem bot sich den Teilnehmern ein vielschichtiges Bild zu den Herausforderungen der luxemburgischen Landwirtschaft und den Sonderkulturen.

Wenig geschützter Anbau

Der Großteil des Gemüses im westlichen Nachbarland wird im Freiland angebaut. Der geschützte Anbau in Gewächshäusern ist aktuell noch unterrepräsentiert, soll aber ausgebaut werden, wie der diesjährige Gastgeber Tom Jungblut erläuterte. Hintergrund ist der seit vielen Jahren bekannte schwache Selbstversorgungsgrad des Landes bei Obst und Gemüse. Bei Erdbeeren, Zwiebeln oder Tomaten beträgt er gerade einmal 1 %, bei Gurken 0,5 % und bei Paprika tendiert er gegen null. Luxemburg ist zwar ein kleines Großherzogtum mit nur circa 680.000 Einwohnern, gilt aber aufgrund der dort angesiedelten Banken und Versicherungen als eines der wohlhabendsten Länder weltweit. Daher legt ein Großteil der Verbraucher Wert auf hochwertige Lebensmittel und saisonales, regionales Gemüse. In Kooperation mit Vermarktern wie La Provencale, bei dem die Teilnehmer eine Führung erhielten, und der Politik ist es jedoch möglich, auch unter diesen eher schwierigen Bedingungen zu wirtschaften.

Einen Blick über den Tellerrand gab es für die Jungmarktgärtner bei der Besichtigung einer der größten Biogasanlagen Luxemburgs. Zudem besuchten sie Weis Colpach Agricol, einen Familienbetrieb. Dieser ist mit Milchviehhaltung, Ackerbau auf etwa 1.600 ha und erneuerbaren Energien wie Biogas und Photovoltaik sowie einem landwirtschaftlichen Maschinendienst recht breit aufgestellt. Beeindruckend für die jungen Gärtner war auch das familiengeführte Lohnunternehmen Reiff mit einem breiten Maschinenpark, der eindrucksvoll ausgestatteten Werkstatt und einer Oldtimer-Sammlung mit der wahrscheinlich weltweit größten Sammlung von Fendt-Traktoren.

Die Jungmarktgärtner organisieren jedes Jahr im Frühjahr eine mehrtägige informative Tour und bieten damit der nächsten Generation die Chance, sich auszutauschen und zusammenzuwachsen – ganz ohne Formalien.

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