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Agroforst in Brandenburg

Walnussbäume gegen Trockenheit

Auf dem Beerfelder Hof in der Gemeinde Steinhöfel wurden im März 120 Walnussbäume gepflanzt. Die Pflanzaktion ist Teil des Forschungsprojekts „Roots & Robots“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), das innovative Methoden zur Etablierung von Agroforstsystemen untersucht. Ziel ist es, landwirtschaftliche Flächen in Brandenburg klimaresilienter zu gestalten und besser auf die zunehmende Trockenheit vorzubereiten.

von Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde erschienen am 08.04.2026
Walnussbäume sollen in einem Agroforst-Projekt in Brandenburg ein Helfer gegen die zunehmende Trockenheit in der Landwirtschaft werden. © Theresa Petsch
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Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde begleitet das Vorhaben wissenschaftlich. Im Fokus steht die Frage, wie junge Bäume auf dem Acker erfolgreich anwachsen und sich gesund entwickeln können. Denn Ackerflächen sind für Bäume ein anspruchsvoller Standort. Zugleich werden im Projekt robotische Lösungen entwickelt, die die Pflege der Baumstreifen künftig automatisiert unterstützen sollen.

Bereits im Dezember 2025 wurden im Rahmen des Projekts zwei Agroforstsysteme mit insgesamt 360 Walnuss-, Esskastanien- und Apfelbäumen gepflanzt – auf dem Land Gut Hagen in Schmiedeberg bei Angermünde und auf einer Fläche der Agrargenossenschaft „Ländchen Bellin“ in Betzin, einem Ortsteil von Fehrbellin. Auf dem Beerfelder Hof zwischen Müncheberg und Fürstenwalde entsteht nun ein drittes Agroforstsystem.

Walnüsse und Kartoffeln sind neue Nachbarn

Die 120 Walnussbäume werden in Reihen auf gut 4 ha ökologisch bewirtschafteter Grünland- und Ackerfläche gepflanzt. Künftig teilen sie sich die Fläche mit Kartoffeln und weidenden Rindern. Bei der wissenschaftlichen Begleitung durch die HNEE liegt der Fokus in den kommenden Jahren auf den Wurzeln der Jungbäume. Gepflanzt werden Bäume mit drei unterschiedlichen Wurzelqualitäten, deren Entwicklung verglichen wird. Zusätzlich wird untersucht, ob die Beigabe von Mykorrhiza-Pilzen und wasserspeichernden Gelen im Pflanzloch das Wachstum und die Gesundheit der Bäume positiv beeinflusst. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen Landwirtinnen und Landwirten praktische Hinweise für die erfolgreiche Etablierung von Bäumen auf landwirtschaftlichen Flächen geben – trotz zunehmender Trockenheit.

„Es gibt viele Hinweise darauf, dass Agroforst ein sinnvoller Weg sein kann, um auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren“, sagt Johann Gerdes, Betriebsleiter und Inhaber des Beerfelder Hofs. „Jetzt geht es darum, praktische Erfahrungen zur Umsetzung und Wirtschaftlichkeit zu sammeln. Große Agroforstsysteme erfordern erhebliche Investitionen – deshalb ist es so wichtig, dass Landwirtschaft, Forschung und Gesellschaft hier gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die Pflanzung der 120 Walnussbäume auf unserer hofnahen Fläche ist für uns ein erster konkreter Schritt in diese Richtung.“

Vorteile von Agroforst

Agroforstsysteme kombinieren Bäume mit landwirtschaftlicher Nutzung, etwa im Ackerbau oder in der Weidewirtschaft. Sie können Wind bremsen, Bodenerosion reduzieren und Wasser länger auf der Fläche halten. Gerade in Brandenburg können sie damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft leisten.

Das Projekt „Roots & Robots“ wird von Partnern aus Wissenschaft und Praxis umgesetzt. Dabei arbeiten der Beerfelder Hof, das Land Gut Hagen, die Agrargenossenschaft „Ländchen Bellin“, die HNEE und die gemeinnützige Klimapraxis zusammen. Gefördert wird das Vorhaben über die Europäische Innovationspartnerschaft Landwirtschaft (EIP-Agri) aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums sowie des Landes Brandenburg.

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