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Kulturschutz

Künstliche Intelligenz vs. Krähen-Intelligenz

Lassen sich Rabenvögel zum Schutz der Kulturen mit KI überlisten? Agroscope testet derzeit ein intelligentes System zur Erkennung und Vergrämung – ein interdisziplinäres Projekt, das ab 2026 vom BLW unterstützt wird.

von Agroscope erschienen am 31.08.2025
KI (Kräen-Intelligenz) gegen KI (Künstliche Intelligenz). © Agroscope
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Rabenkrähen und Saatkrähen können große Schäden in Kulturen verursachen, vor allem in frisch gesäten Mais- und Sonnenblumenfeldern. Diese Rabenvögel, die für ihre hohe Intelligenz bekannt sind, gewöhnen sich schnell an die derzeit verfügbaren Vertreibungsmaßnahmen (Ballone, akustische oder visuelle Schreckeffekte usw.). Selbst Abschüsse zur Regulierung der Bestände, die von den Produzenten oft gewünscht werden, haben sich nicht als wirksam erwiesen.

Rabenvögel mithilfe von KI überlisten

Agroscope testet nun einen neuen Ansatz, der auf künstlicher Intelligenz basiert. Um zu verhindern, dass sich die Vögel an die Vertreibungsmaßnahmen gewöhnen, sollten akustische Schreckeffekte auf ein Minimum reduziert und nur im Bedarfsfall eingesetzt werden. Dies ist jedoch nur mit einem intelligenten System möglich. „Die Kulturen sind nur für einige Wochen gefährdet, aber die Rabenvögel lernen sehr schnell. Wir müssen also einen Weg finden, schneller zu sein als ihre Fähigkeit, sich an Maßnahmen anzupassen“, meint Thomas Anken von der Versuchsstation Smarte Technologien in der Landwirtschaft.

Kombination von Erkennungskamera und Hupe

Derzeit werden auf mehreren Feldern in der Schweiz von Agroscope entwickelte Prototypen von Vogelscheuchen getestet und verbessert, die mit einer automatischen Vogelerkennung und akustischem Schreckeffekt verbunden sind. Die Entwicklung eines intelligenten und damit anpassungsfähigen Systems wird 2026 im Rahmen des ETHIC-Projekts beginnen.

Das Projekt ETHIC (Exploration of techniques, study of habitation mechanisms and contributions of artificial intelligence to optimize the scrambling of corvidae in agricultural environment) wird 2026 beginnen und eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Das Projekt wurde von der Universität Neuchâtel eingereicht und soll vom Bundesamt für Landwirtschaft finanziert und von Agroscope (Alice Baux) koordiniert werden.

Im Projekt werden verschiedene Forschungsbereiche und Institutionen über die Schweizer Grenze hinaus einbezogen. Mithilfe von Techniken der künstlichen Intelligenz sollen die Schreckeffekte an die auftretenden Arten und deren Häufigkeit angepasst werden.

Im Rahmen einer vergleichenden ethologischen Studie werden Warnrufe verschiedener Arten von Rabenvögeln in verschiedenen geografischen Gebieten (lokale „Dialekte“) identifiziert und Gewöhnungsmechanismen analysiert.

Neben einer intelligenten Vergrämung werden weitere abschreckende Techniken geprüft: Behandlung von Saatgut mit Vergällungsmitteln, Anlegen einer Untersaat, die die Saatreihen der Hauptkultur tarnt, und verschiedene Arten von Vogelscheuchen. Die Analyse des Verhaltens der Vögel gegenüber diesen verschiedenen Massnahmen wird dazu beitragen, ein optimales System zum Schutz der Kulturen zu finden.

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