
Ernte früh gestartet
Durch das milde, sonnenreiche Wetter Anfang März haben sich die Spargeldämme in Niedersachsen schnell erwärmt – besonders unter Dreifach-Abdeckung. Dort können bereits die ersten Stangen des Edelgemüses gestochen werden.
von LWK Niedersachsen erschienen am 24.03.2026Der Erntebeginn liegt somit etwas früher als im Vorjahr. Je nach Witterung werden die Erntemengen voraussichtlich kontinuierlich steigen. Für das traditionelle Spargelessen zum Osterfest werden ausreichende Mengen erwartet.
Der erste deutsche Spargel kommt aus beheizten Anlagen und wird bereits seit Anfang März gestochen – die Mengen bleiben aber überschaubar und bilden nur einen Anteil von weniger als 1 % der Anbaufläche. Im Laufe des Monats könnte die Ernte auch unter wärmender Doppelabdeckung in Gang kommen. Dort fehlen noch einige Sonnenstunden, um das Pflanzenwachstum in den Dämmen richtig in Gang zu bringen. Ab Anfang April dürften auch die einfach bedeckten, auf Schwarz gedrehten Anlagen in die Ernte kommen.
Gestiegene Kosten
War die Nachfrage nach Spargel 2022 aufgrund der Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie allgemein gestiegener Kosten eher verhalten, zeigt der Trend für das Edel-Gemüse seit 2023 wieder nach oben. Die Nachfrage im Vorjahr war gut und die verfügbare Spargelmenge eigentlich eher immer knapp. Übermengen, die zunächst keine Abnehmer fanden, gab es kaum. Große Kostenpunkte für die Betriebe bleiben auch in diesem Jahr der gestiegene Mindestlohn sowie die gestiegenen Energiekosten. Es ist daher davon auszugehen, dass die Anbaufläche und die Zahl der Anbaubetriebe weiter sinken werden.
In Niedersachsen wurden 2025 auf 3.828 ha ertragsfähiger Fläche 19.654 t Spargel gestochen. Dies geht aus Erhebungen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Die ertragsfähige Fläche verringerte sich, dem Trend der zurückliegenden Jahre entsprechend, demnach erneut um 4,8 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung wirkte sich deutlich auf die niedersächsische Spargelernte aus, die im Vergleich zu 2024 nochmals um 13,1 % niedriger ausfiel. Damit handelte es sich wohl um die niedrigste in Niedersachsen geerntete Spargelmenge seit 2006.
Der Spargelertrag pro Hektar verringerte sich 2025 auf 51,3 dt und liegt somit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (55,3 dt). Ein möglicher Grund für den Rückgang sind ungünstige Witterungsverhältnisse wie anhaltende Trockenheit oder Regenschäden. Trotz geringerer Erträge kam auch im Jahr 2025 mit 19,9 % der größte Anteil des gesamten deutschen Spargels aus Niedersachsen.
In Zukunft könnte sich dies nach Einschätzung des LSN jedoch ändern, da die niedersächsische Anbaufläche seit Jahren stetig abnimmt. Gestiegen ist hingegen die noch nicht ertragsfähige Spargelfläche, die einen Zuwachs von 17,1 % gegenüber 2024 verzeichnete. Flächen benötigen in der Regel zwei bis drei Jahre Vorbereitung, bis dort Spargel gestochen werden kann.
Ob der Zuwachs an nicht ertragsfähigen Flächen letztlich wieder eine Zunahme der ertragsfähigen Spargelanbaufläche im Jahr 2026 bedeutet, ist derzeit noch unklar. Angesichts häufig berichteter Faktoren – Mangel an Erntehelfern, sinkende Nachfrage, gestiegene Produktionskosten – kann ein Zuwachs der nicht ertragsfähigen Flächen auch bedeuten, dass Anbauflächen vermehrt nicht abgeerntet wurden.
Spargel ist nach Zwiebeln/Zwiebelgewächsen die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.











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