
Deutschland in der Verantwortung für europäische Anbauregionen
Die rasante Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade über den Zuckerrüben- und Kartoffelanbau hinaus, entwickelt sich zu einer ernsthaften Bedrohung auch für Sonderkulturen wie Möhren, Rote Bete, sogar Dauerkulturen wie Rhabarber und Spargel, aber auch Zierpflanzen. Der Runde Tisch beim Bundeslandwirtschaftsministerium am 16. Dezember 2025 war daher ein wichtiges Signal, dass die Herausforderung erkannt wurde und nur im Zusammenspiel der beteiligten Akteure bewältigt werden kann.
von Bundesfachgruppe Gemüsebau erschienen am 19.01.2026Die Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade ist komplex, weil sie mehrere Entwicklungsstadien in unterschiedlichen Kulturen durchläuft und sich über die ganze Fruchtfolge hinweg etabliert. Um die Ausbreitung einzudämmen, braucht es einen integrierten Ansatz. Dieser schließt auch den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ein. Die Zikade macht keinen Halt vor Ländergrenzen, daher muss Deutschland seine zentrale Rolle in der Bekämpfung erkennen. Zögerliches Vorgehen und das Ignorieren der Warnungen aus der Praxis und der Industrie können weitreichende Folgen für den gesamteuropäischen Anbau haben.
Bereits im Jahr 2025 wurden wichtige Schritte wie Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln in mehreren Anwendungsgebieten ermöglicht. Es fehlt jedoch weiterhin an regulären Zulassungen. Davon und von resistenten Sorten ist die Praxis jedoch noch jahrelang entfernt. Im Sinne einer schnellen Eindämmung dürfen neben den Notfallzulassungen umfassende Projektförderungen und auch Ansätze zu Versuchen mit Beizen mit verschiedenen systemischen Insektiziden kein Tabu-Thema sein. Im Gemüsebau spezialisierte Sonderkulturbetriebe sowie vor- und nachgelagerte Bereiche sichern Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Ein ungebremster Befall durch die Schilf-Glasflügelzikade würde diese Strukturen nicht nur national, sondern mit Auswirkungen auf europäische Märkte nachhaltig gefährden.













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