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Düngung

Kalkstickstoff als Additiv

Weniger Emissionen beim Lagern von Wirtschaftsdünger – das geht mit Kalkstickstoff als Additiv zu Gülle & Co.

von Redaktion Quelle Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe erschienen am 07.02.2026
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Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) und die Alzchem Trostberg GmbH haben ein Additiv auf Kalkstickstoffbasis entwickelt, das klimarelevante Emissionen aus der Lagerung von Wirtschaftsdünger stark mindern kann.

Im Technikumsmaßstab konnte das Forscherteam bei sommerlichen Temperaturen einen fast vollständigen Rückgang der Methanemissionen durch das Additiv nachweisen: Rinder- oder Schweinegülle emittierten bis zu 97 Prozent weniger Methan als herkömmlich gelagerte. Im Winter und bei Gärresten fiel der Rückgang zwar geringer aus oder benötigte höhere Kalkstickstoffzugaben, war aber immer noch erheblich. Ähnliche Ergebnisse erzielten realitätsnahe Versuche im 1.000-Liter-Maßstab. Die Lachgasemissionen ließen sich durch Kalkstickstoff vor allem während der Lagerung senken. Bei der Ausbringung additivierter Wirtschaftsdünger auf dem Acker gingen die Lachgas-Emissionen hingegen nicht signifikant zurück.

Höhere Stickstoffeffizienz

Kalkstickstoff verzögert die Stickstoff(N)-Umsetzung in Gülle und Gärresten durch eine vorübergehende Inaktivierung der Mikroorganismen. In der Forschungsliteratur wird über eine Senkung der N-Verluste im Lager um 96 Prozent berichtet. Die damit in den Wirtschaftsdüngern verbleibende größere N-Menge kann potenziell Mineraldünger ersetzen und die N-Effizienz und Wirtschaftlichkeit verbessern. Die Forschenden berechneten in Szenarien, dass die Mineraldüngerkosten so insbesondere in Landkreisen mit einem hohen Anteil an Nutztierhaltung deutlich – um bis zu 22 Prozent – sinken können.

Der Abschlussbericht enthält Anwendungs- und Dosierempfehlungen. Im Vorhaben EMeRGE nahmen die Forschenden mit dem Kalkstickstoff-Additiv gezielt ein technisch einfaches Verfahren in den Blick, das sich praktisch in jedem Betrieb umsetzen lässt.

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