Landwirtschaft im Stimmungstief, große Investitionen bleiben aus
Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich laut aktuellem Rentenbank-Agrarbarometer weiter verschlechtert. Das gesunkene durchschnittliche Investitionsvolumen deutet darauf hin, dass sich die Betriebe derzeit eher auf Ersatzinvestitionen konzentrieren, anstatt große Projekte umzusetzen.
von Redaktion Quelle Landwirtschaftliche Rentenbank erschienen am 05.02.2026Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich laut aktuellem Rentenbank-Agrarbarometer weiter verschlechtert. Das Agrar-Geschäftsklima sank von – 1,1 auf – 2,4 Punkte und verdeutlicht die zunehmende Unsicherheit in der Branche. Besonders der Blick in die Zukunft fällt für viele Landwirtinnen und Landwirte kritisch aus. Trotzdem sind sie bereit, sich weiterzuentwickeln und gezielt in Innovationen zu investieren. Das gesunkene durchschnittliche Investitionsvolumen deutet jedoch darauf hin, dass sich die Betriebe derzeit eher auf Ersatzinvestitionen und kleinere Maßnahmen konzentrieren, anstatt große Projekte umzusetzen.
Hohe Betriebsmittelpreise belasten die Landwirte
Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist von 1,6 auf – 0,1 Punkte gefallen – der niedrigste Wert seit 2022. Immerhin schätzen noch 73 % der befragten Landwirte ihre Lage als befriedigend oder besser ein (vorherige Umfrage: 79 %). Belastend wirken sich die hohen Betriebsmittelpreise und die niedrigen Verkaufspreise für pflanzliche Produkte aus.
Der Ausblick auf die kommenden zwei bis drei Jahre bleibt ebenfalls verhalten: Die Bewertung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage sank von – 3,7 auf – 4,6 Punkte. Hauptgründe sind die erwarteten weiter steigenden Betriebsmittelpreise, hohe bürokratische Auflagen und die kritische Einschätzung der Agrarpolitik. Fast die Hälfte (48 %) der Befragten sieht ihre Zukunftsaussichten inzwischen als schlechter oder sehr viel schlechter an (vorherige Umfrage: 38 %).
Investitionen werden weiter getätigt
Trotz der angespannten Stimmung bleibt die Investitionstätigkeit hoch. In der Dezember-Umfrage gaben 78 % der Landwirte an, in den vergangenen zwölf Monaten investiert zu haben (vorherige Umfrage: 75 %), wenn auch mit etwas geringerem durchschnittlichen Investitionsvolumen. Für die kommenden zwölf Monate planen 62 % der Befragten Investitionen (vorherige Umfrage: 60 %), wobei auch hier das geplante Volumen leicht rückläufig ist.
Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank, sagt zur aktuellen Umfrage: „Unser Rentenbank-Agrarbarometer zeigt, dass Landwirtinnen und Landwirte investitions- und veränderungsbereit sind. Sie wollen wachsen, ihre Betriebe diversifizieren und langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Allerdings sehen wir auch, dass die großen Investitionen in der Breite ausbleiben und Landwirte eher Ersatzinvestitionen tätigen. Um Unsicherheiten abzubauen und wieder mehr Spielraum für größere Investitionen zu schaffen, brauchen sie vor allem Planungssicherheit, weniger bürokratische Hürden und echte Wertschätzung – die sich auch an der Ladenkasse zeigen muss.“








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