
Norddeutscher Gemüsebautag 2026
Die Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland sieht die Branche zwischen Aufbruch, Marktstress und politischem Handlungsbedarf.
von Redaktion Quelle Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland erschienen am 16.02.2026Zum Norddeutschen Gemüsebautag in Visselhövede kamen Produzenten und Nachwuchskräfte aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen zusammen. Thomas Albers, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland, zog ein Fazit zum Anbaujahr 2025: Für viele Betriebe sei das Jahr trotz guter Produktionsbedingungen wirtschaftlich enttäuschend verlaufen. Einerseits sorgten günstige Witterungsbedingungen für einen vielversprechenden Saisonstart, andererseits führten frühe Ernten, hohe Importmengen und verändertes Kaufverhalten der Verbraucher zu einem deutlichen Überangebot und massivem Preisdruck.
Der Gemüsebau leidet unter den Belastungen
Zudem machte Albers deutlich, dass der Gemüsebau unter strukturellen Belastungen leide: steigende Lohnkosten durch den Mindestlohn, hohe bürokratische Anforderungen, verschärfte Vorgaben der GAP sowie ungelöste energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen, insbesondere für den Unterglasanbau. Die eingeschränkte Zulassung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, fehlende Alternativen und zunehmender Schädlingsdruck – etwa durch Blattläuse, Weiße Fliege oder die Schilf-Glasflügelzikade – würden viele Betriebe vor existenzielle Herausforderungen stellen. Notfallzulassungen seien derzeit oft die einzige Möglichkeit, um Produktionsausfälle zu verhindern.
Albers betonte die Bedeutung einer starken Interessenvertretung für den Gemüsebau. Angesichts steigender Kosten, wachsender Auflagen und zunehmender Marktunsicherheiten werde das Jahr 2026 für viele Betriebe richtungsweisend sein. Ziel bleibe es, Verbraucher weiterhin mit hochwertigem, nach deutschen Standards produziertem Gemüse zu versorgen.
Der nächste Norddeutsche Gemüsebautag findet am 26. Januar 2027 in Visselhövede statt.






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