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Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft

Landfrauen treiben Gleichstellung in der Landwirtschaft voran

2026 steht weltweit im Zeichen der Frauen in der Landwirtschaft: Die Vereinten Nationen haben das Jahr zum „International Year of the Woman Farmer“ erklärt. Der Deutsche LandFrauenverband e. V. (dlv) nimmt dies zum Anlass, um mit einem neuen Positionspapier auf bestehende Ungleichheiten hinzuweisen und konkrete politische Veränderungen einzufordern.

von Deutscher LandFrauenverband erschienen am 16.01.2026
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Noch immer sind Frauen in der Agrarförderung, bei Finanzierung und Mitbestimmung strukturell benachteiligt, obwohl sie eine tragende Rolle für Betriebe, Innovationen und ländliche Räume spielen. „Das Internationale Jahr macht sichtbar, was Frauen in der Landwirtschaft leisten und welchen Herausforderungen sie tagtäglich gegenüberstehen“, erklärt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. „Ich werde nicht müde zu betonen: Gleichstellung ist kein Zusatzthema, sondern eine Voraussetzung für zukunftsfähige Landwirtschaft.“

Gendermainstreaming in der GAP verankern

Mit der aktuellen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wurde Gleichstellung erstmals als Ziel benannt. In der Praxis profitieren Frauen davon jedoch kaum. Förderkriterien wie Mindestbetriebsgrößen oder Altersgrenzen benachteiligen insbesondere Frauen, die Betriebe oft später übernehmen oder kleinere Flächen bewirtschaften. Die Folge: geringere Direktzahlungen und weniger Spielraum für Investitionen.

Der dlv fordert deshalb, Gendermainstreaming verbindlich in allen Phasen der GAP umzusetzen – von der Planung über die Vergabe bis zur Auswertung. Dazu gehören geschlechterdifferenzierte Daten, der Abbau von Zugangshürden sowie ein verbindliches Gender-Tracking ab der Förderperiode 2028. Auch eine ausgewogene Beteiligung von Frauen in entscheidenden Gremien ist aus Sicht des Verbandes unerlässlich.

Gezielte Programme für Frauen ausbauen

Spezielle Förderangebote für Frauen in der Landwirtschaft sind bislang die Ausnahme. Das baden-württembergische Programm „Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum“ zeigt, welches Potenzial gezielte Unterstützung entfalten kann. Vergleichbare Programme fehlen jedoch in den meisten Bundesländern.

„Frauen brauchen Angebote, die sie bei Betriebsübernahmen, Neugründungen und neuen Einkommenszweigen gezielt unterstützen“, betont Christine Reitelshöfer, Vorsitzende des dlv-Fachausschusses Agrarpolitik und Ernährung. Der dlv fordert daher den bundesweiten Ausbau von Beratungs-, Coaching- und Förderprogrammen speziell für Frauen.

Faire Finanzierung ermöglichen

Der Klimawandel und wirtschaftliche Unsicherheiten erschweren vielen Betrieben den Zugang zu Krediten. Studien zeigen zugleich: Frauengeführte Unternehmen arbeiten oft besonders nachhaltig und weisen ein geringeres Ausfallrisiko auf. Dennoch haben Frauen häufig schlechtere Chancen auf Finanzierung, etwa aufgrund geringeren Eigenkapitals oder kleinerer Betriebsstrukturen. „Diese Realität muss sich endlich in der Kreditvergabe widerspiegeln“, so Bentkämper. Der dlv spricht sich für geschlechtersensible Bewertungsverfahren sowie begleitende Coachingangebote aus, die Finanzwissen stärken und Hemmnisse abbauen.

Das „Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“ ist für den dlv mehr als ein symbolisches Jahr. Es ist ein politischer Auftrag, Gleichstellung in der Landwirtschaft strukturell voranzubringen – mit fairer Förderung, gezielten Programmen und besseren Rahmenbedingungen für Frauen.

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