Bundesfachgruppe Gemüsebau
Herbsttagung in Erfurt: Deutscher Gemüsebau fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen
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Die Fachgruppe Gemüsebau veranstaltete in diesem Jahr ihre 40. Herbsttagung im November 2005 in Erfurt. Der Vorsitzende der Fachgruppe Gemüsebau, Gerhard Schulz, forderte: „In einem gleichen Wirtschaftsraum wie der EU müssen auch gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden. Dann stellen wir uns gerne den Herausforderungen.“ Es gebe noch erhebliche Unterschiede und einseitige Wettbewerbsnachteile für Deutschland. Deutlich werde das zum Beispiel bei den Energiekosten, der Ungleichheit bei der Mehrgefahrenversicherung, der Pflanzenschutzmittelzulassung oder im Steuerrecht sowie bei vielen nationalen erhöhten Umweltauflagen, die über das von Brüssel vorgegebene Niveau hinausgehen. Auch stehe die von der neuen Bundesregierung kundgetane Absicht, den Bürokratieabbau zu beschleunigen, im Widerspruch zu vielen Reglementierungen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Sozialversicherungspflicht nach polnischem Recht für polnische Saison-Arbeitskräfte. Für unsere Familienbetriebe ist dies nicht leistbar. Dieses Verfahren ist einfach nicht lebbar, meinte Schulz. Auch bei der GAP-Reform sei für das Beantragungsverfahren für unsere Gemüseerzeuger ein unverhältnismäßig bürokratischer Papieraufwand erforderlich, der in keinem Verhältnis zu den vorgesehenen Beihilfen stehe. Bei der GAP-Reform käme für den Gemüsebau erschwerend hinzu, dass der 10-monatige Verfügungszeitraum für uns als Gemüseerzeuger sehr praxisfern ist. Hier forderte Schulz eine deutliche Verkürzung auf mindestens sechs Monate.
Auch der Geschäftsführer des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG), Dr. Hans-Dieter Stallknecht, mahnte Änderungen bei der gemeinsamen Agrarreform an. Diese seien längst überfällig. Ebenso sei bei den WTO-Verhandlungen der Harmonisierung des europäischen Pflanzenschutzmittelrechts und der Festlegung einer Nitrathöchstmenge in Produkten darauf zu achten, dass hier ausgewogene Lösungen erzielt würden. Zu den Saison-AK bemerkte Schulz vertiefend, dass die deutschen Gärtner weiterhin auf Mitarbeiter aus Mittel- und Osteuropa angewiesen seien. Der Ende der 1990iger Jahre staatlicherseits angeordnete Einsatz von deutschen Langzeitarbeitslosen im Gartenbau zur Erntehilfe sei kläglich gescheitert. Deshalb forderte Schulz zur Sozialversicherungspflicht polnischer Arbeitnehmer den alten Rechtszustand, wie er vor dem EU-Beitritt Polens galt, wieder herzustellen und dauerhaft zu verankern und bei den kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen die unterschiedliche Behandlung von berufsmäßig beschäftigten Saison-AK aufzuheben. Die Delegierten der Fachgruppe verabschiedeten dazu eine Resolution.
Zum Qualitätssicherungssystem (QS) forderte Schulz eine stärkere politische Anerkennung dieses berufsständisch getragenen Sys-tems für frisches Obst und Gemüse. Denn QS ist das einzig vorhandene stufenübergreifende Qualitätssicherungssystem vom Acker bis zur Ladentheke.
Jochen Winkhoff, Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau, stellte heraus, dass erstmals seit 15 Jahren 2005 ein leichter Anbaurückgang zu verzeichnen ist. Gab es in den letzten Jahren eine stetige Flächenausweitung von circa 2,5% aller Gemüsearten im Freiland in Deutschland, so ist vermutlich 2005 erstmals ein leichter Rückgang der gesamten Anbaufreilandfläche von 110.000 auf 108.000 ha zu verzeichnen. Vermutlich wurden auch nicht ganz die Spitzenerträge des Vorjahrs neben der leichten Flächeneinschränkung bei wichtigen Kulturen erreicht. Die Fläche im Anbau unter Glas ist in den letzten Jahren mit 1.319 ha unverändert geblieben. Der Pro-Kopf-Verbrauch mit über 93,4 kg sei in den letzten Jahren gestiegen, enthält aber noch Potenzial. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei knapp 40% über das ganze Jahr gesehen einschließlich der Frisch- und Verarbeitungswaren.
Der thüringische Landwirtschaftsminister, Dr. Volker Sklenar, und der Referent aus dem Landwirtschaftsministerium, Wolfgang Altmann, stellten die Struktur des Gemüsebaus in Thüringen vor. Thüringen habe eine alte lange Tradition im Gartenbau. Nach der politischen Wende sei es zu einem Zusammenbruch gekommen, der sich nach und nach strukturiert, anders gestaltet erneut entwickelt habe. So gebe es Anbaukonzentrationen an bestimmten Orten und zu bestimmten Kulturen. Aus verschiedenen Arbeitsbereichen der Fachgruppen Gemüsebau informierten die Sprecher und Vorsitzenden der Arbeitskreise. Reiner Borrmann informierte über die Ausbildungs- und Weiterbildungssituation im Gemüsebau, Ernst Strohm über die Arbeit aus ZVG-Arbeitsausschuss für Umweltfragen, Joachim Hespeler über die Arbeit des Zentrums für Betriebswirtschaft in Hannover, Josef Schlaghecken über Feldhygiene und Fruchtfolgeoptimierung sowie Andrea Schneider über die Aktivitäten des Fachverbands Deutscher Speisezwiebeln e. V. Christoph Seever, Präsident des Landesverbands Gartenbau Thüringen, und Siegmar Arnoldt, Vizepräsident des Thüringischen Bauernverbands, sprachen sich im Sinne des Berufsstands für zum Beispiel den Erhalt der Saison-AK-Regelung und eine bessere Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln aus. Aus der Sicht der Veranstalter ist die sehr gute Zusammenarbeit der Fachgruppe Gemüsebau mit dem Landesverband Gartenbau Thüringen e. V. hervorzuheben. Sie war Garant für eine erfolgreiche Veranstaltung. Die Botschaften der Referenten gaben den Delegierten Zuversicht.
Im Rahmen der Herbsttagung wurde das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt, der Rosenkohlbetrieb Vepro GmbH in Alperstedt und das Thüringer Gartenbauzentrum „Grünes Herz Alperstedt“ GmbH besichtigt.
Jochen Winkhoff,
Berlin
Auch der Geschäftsführer des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG), Dr. Hans-Dieter Stallknecht, mahnte Änderungen bei der gemeinsamen Agrarreform an. Diese seien längst überfällig. Ebenso sei bei den WTO-Verhandlungen der Harmonisierung des europäischen Pflanzenschutzmittelrechts und der Festlegung einer Nitrathöchstmenge in Produkten darauf zu achten, dass hier ausgewogene Lösungen erzielt würden. Zu den Saison-AK bemerkte Schulz vertiefend, dass die deutschen Gärtner weiterhin auf Mitarbeiter aus Mittel- und Osteuropa angewiesen seien. Der Ende der 1990iger Jahre staatlicherseits angeordnete Einsatz von deutschen Langzeitarbeitslosen im Gartenbau zur Erntehilfe sei kläglich gescheitert. Deshalb forderte Schulz zur Sozialversicherungspflicht polnischer Arbeitnehmer den alten Rechtszustand, wie er vor dem EU-Beitritt Polens galt, wieder herzustellen und dauerhaft zu verankern und bei den kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen die unterschiedliche Behandlung von berufsmäßig beschäftigten Saison-AK aufzuheben. Die Delegierten der Fachgruppe verabschiedeten dazu eine Resolution.
Zum Qualitätssicherungssystem (QS) forderte Schulz eine stärkere politische Anerkennung dieses berufsständisch getragenen Sys-tems für frisches Obst und Gemüse. Denn QS ist das einzig vorhandene stufenübergreifende Qualitätssicherungssystem vom Acker bis zur Ladentheke.
Jochen Winkhoff, Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau, stellte heraus, dass erstmals seit 15 Jahren 2005 ein leichter Anbaurückgang zu verzeichnen ist. Gab es in den letzten Jahren eine stetige Flächenausweitung von circa 2,5% aller Gemüsearten im Freiland in Deutschland, so ist vermutlich 2005 erstmals ein leichter Rückgang der gesamten Anbaufreilandfläche von 110.000 auf 108.000 ha zu verzeichnen. Vermutlich wurden auch nicht ganz die Spitzenerträge des Vorjahrs neben der leichten Flächeneinschränkung bei wichtigen Kulturen erreicht. Die Fläche im Anbau unter Glas ist in den letzten Jahren mit 1.319 ha unverändert geblieben. Der Pro-Kopf-Verbrauch mit über 93,4 kg sei in den letzten Jahren gestiegen, enthält aber noch Potenzial. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei knapp 40% über das ganze Jahr gesehen einschließlich der Frisch- und Verarbeitungswaren.
Der thüringische Landwirtschaftsminister, Dr. Volker Sklenar, und der Referent aus dem Landwirtschaftsministerium, Wolfgang Altmann, stellten die Struktur des Gemüsebaus in Thüringen vor. Thüringen habe eine alte lange Tradition im Gartenbau. Nach der politischen Wende sei es zu einem Zusammenbruch gekommen, der sich nach und nach strukturiert, anders gestaltet erneut entwickelt habe. So gebe es Anbaukonzentrationen an bestimmten Orten und zu bestimmten Kulturen. Aus verschiedenen Arbeitsbereichen der Fachgruppen Gemüsebau informierten die Sprecher und Vorsitzenden der Arbeitskreise. Reiner Borrmann informierte über die Ausbildungs- und Weiterbildungssituation im Gemüsebau, Ernst Strohm über die Arbeit aus ZVG-Arbeitsausschuss für Umweltfragen, Joachim Hespeler über die Arbeit des Zentrums für Betriebswirtschaft in Hannover, Josef Schlaghecken über Feldhygiene und Fruchtfolgeoptimierung sowie Andrea Schneider über die Aktivitäten des Fachverbands Deutscher Speisezwiebeln e. V. Christoph Seever, Präsident des Landesverbands Gartenbau Thüringen, und Siegmar Arnoldt, Vizepräsident des Thüringischen Bauernverbands, sprachen sich im Sinne des Berufsstands für zum Beispiel den Erhalt der Saison-AK-Regelung und eine bessere Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln aus. Aus der Sicht der Veranstalter ist die sehr gute Zusammenarbeit der Fachgruppe Gemüsebau mit dem Landesverband Gartenbau Thüringen e. V. hervorzuheben. Sie war Garant für eine erfolgreiche Veranstaltung. Die Botschaften der Referenten gaben den Delegierten Zuversicht.
Im Rahmen der Herbsttagung wurde das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt, der Rosenkohlbetrieb Vepro GmbH in Alperstedt und das Thüringer Gartenbauzentrum „Grünes Herz Alperstedt“ GmbH besichtigt.
Jochen Winkhoff,
Berlin
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