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Düngung

Bio- und Grüngutkompost für viehlose Bio-Betriebe

Die Qualität des Bio- und Grüngut-Komposts hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, trotzdem setzen ihn nur wenige Bio-Betriebe ein, lautet ein Ergebnis des Verbundprojekts „ProBio“. Um Betriebe mit Kompostherstellern zu vernetzen, wurde das Kompost-Informationssystem entwickelt.

von Redaktion Quelle BLE erschienen am 08.02.2026
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Im Verbundprojekt „ProBio“ wurde der Einsatz von Bio- und Grüngutkompost aus deutschen Haushalten in der ökologischen Landwirtschaft untersucht. Pro Jahr sind etwa 2,5 Millionen Tonnen Frischmasse an Kompost verfügbar, die im Ökolandbau eingesetzt werden könnten. Trotz des großen Potenzials nutzen Bio-Betriebe derzeit weniger als zehn Prozent der verfügbaren Kompostmengen. Dies ergab eine Umfrage unter Landwirtinnen und Landwirten. Das neu entwickelte Kompost-Informationssystem soll nun dazu beitragen, Betriebe mit Kompostherstellern zu vernetzen und so vor allem viehlosen Bio-Betrieben den Zugang zu Bio- und Grüngutkomposten zu erleichtern.

Qualität der Komposte steigt

Eine Auswertung von über 36.000 Datensätzen zu Biogut- und Grüngutkomposten aus der RAL-Gütesicherung der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. ergab für die Jahre 2015 bis 2024 eine stetige Verbesserung der Kompostqualitäten, insbesondere bezüglich der Belastung mit Schwermetallen und Fremdstoffen. Im Mittel erwiesen sich etwa 70 Prozent der untersuchten Komposte als geeignet für den Ökolandbau.

In mehrjährigen Praxisversuchen an unterschiedlichen Standorten zeigte sich die positive Wirkung einer reinen Kompostdüngung. Der Phosphorbedarf der Bestände wurde gedeckt und Kalium reicherte sich im Boden an. Das galt besonders für Biogutkompost aus organischen Reststoffen privater Haushalte. Zudem führte der Komposteinsatz zu höheren Gehalten an mineralisiertem Stickstoff.

Durch eine mehrjährige Ausbringung von Biogut- und Grüngutkompost wurde die biologische Aktivität nachweislich gesteigert. Dabei wirkten Grüngutkomposte langsamer, aber langfristiger. Versuche in einem Dauerfeldexperiment über vier Jahre zeigten zudem ein hohes Potenzial für eine Humusanreicherung im Boden und eine damit verbundene günstige Klimawirkung.

Komposteinsatz kann sich wirtschaftlich lohnen

Teil des Verbundprojektes „ProBio“ waren betriebswirtschaftliche Berechnungen zum Einsatz von Kompost bei unterschiedlichen betrieblichen Voraussetzungen. Dabei zeigte sich, dass der Komposteinsatz für viele Betriebe wirtschaftlich sein kann. Allerdings hängt der wirtschaftliche Nutzen von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Fruchtfolge, vom Kompostpreis und dem jeweiligen Nährstoffgehalt des eingesetzten Kompostes. Zudem müssten die Transportentfernung und der Ausbringungsaufwand sowie der Mechanisierungsgrad eines Betriebs bei der Kalkulation berücksichtigt werden.

Informationen zum Projekt

Das fünfjährige Verbundprojekt „ProBio“ wurde über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) mit Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) finanziert.

Im Verbundprojekt „ProBio“ arbeiteten unter anderem die Technische Universität München (TUM), die Gütegemeinschaft Kompost Region Bayern e.V. und das Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft (ISA) zusammen. Beteiligt waren zudem Komposthersteller, Praxisbetriebe und Beratungsteams von Ökoverbänden.

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